Fragen & Antworten
Die Initiative ist zwar eingereicht. Bitte sende den Unterschriftenbogen dennoch an Katrin Horn. Wir können noch Unterschriften nachreichen. Dies unterstreicht die Unterstützung zusätzlich.
Was ändert sich bei Annahme der Initiative?
Heute bereitet die Bildungskommission die Entscheidung zur Modellwahl vor und stellt einen Antrag an den Gemeinderat. Dieser entscheidet dann über den Modellwechsel und allenfalls die Abschaffung der Spez.Sek.
Bei Annahme der Initiative bereitet weiterhin die Bildungskommission den Antrag vor und stellt ihn an den Gemeinderat. Falls der Gemeinderat zustimmt, unterbreitet er den Antrag den Stimmberechtigten. Diese entscheiden an der Gemeindeversammlung (ggf. anschliessend der Urne, falls ein Referendum ergriffen wird).


Warum ist die Initiative notwendig? Die zwei wichtigsten Gründe auf einen Blick.
- Bildungspolitik im Allgemeinen und die Wahl des Schulmodells im Speziellen betreffen die Bevölkerung unmittelbar – sowohl Familien als auch die Allgemeinheit. Dies zeigt sich insbesondere
– finanziell, etwa bei Schulraum- und Personalkosten: Schulmodell und Klassenheterogenität beeinflussen direkt den Raumbedarf und die Anzahl Lehrpersonen, die nötig sind, um Kinder ihrem Leistungsniveau entsprechend zu fördern und haben damit einen direkten Einfluss auf das Gemeindebudget;
– in der Akzeptanz: Schulmodelle funktionieren nur, wenn sie von Eltern, Lehrpersonen und der Bevölkerung mitgetragen werden und zur lokalen Bevölkerungsstruktur passen;
– in der Standortattraktivität: Sie prägen die Attraktivität von Schulen und Gemeinden – für Familien ebenso wie für Lehrpersonen als Arbeitgeberin. Da Gemeinden hier über einen grossen Gestaltungsspielraum verfügen und die Auswirkungen weitreichend sind, müssen grundlegende Entscheide demokratisch legitimiert und breit abgestützt sein. - Die von der Initiative geforderte Änderung des Entscheidungsprozesses stellt sicher, dass die Stimmberechtigten verbindlich einbezogen werden und dadurch ein breit akzeptiertes und von der Bevölkerung und den Betroffenen mitgetragenes Modell für die Sekundarstufe 1 gewählt wird.
Dies steht im völligen Gegensatz zu heute, wo die Stimmberechtigten überhaupt keine Rolle spielen.
Welche Schulmodelle gibt es im Kanton Bern?
Aktuell gibt es im Kanton Bern folgende Schulmodelle, welche in der Praxis zur Anwendung kommen; es können grundsätzlich aber auch weitere Modelle erarbeitet und umgesetzt werden:
Typengetrennte Modelle: Schulniveaus weitgehend getrennt, Ziel Leistungshomogenität innerhalb der Klassen
- Modell 1: Unterricht findet in getrennten Real- und Sekundarklassen und zudem in örtlich getrennten Schulhäusern statt.
- Modell 2: Real- und Sekundarklasse sind getrennt, befinden sich aber im gleichen Schulhaus.
Kooperative Modelle: In einzelnen Fächern in Leistungsniveaus, hohe Durchlässigkeit
- Modell 3a (Manuel): In den Fächern Deutsch, Mathematik und Französisch findet Niveauunterricht statt (Zuteilung zur Stammklasse nach der Mehrheit der Zuteilung in den Hauptfächern). Wenn ich das Niveau wechsle, wechsle ich auch die Klasse. Dieses Modell ist – vor dem Modell 3b – das im Kanton Bern am häufigsten gewählte Modell.
- Modell 3b (Spiegel): Gemischte Stammklassen, in den Hauptfächern Deutsch, Französisch und Mathematik findet getrennt nach Sek und Real Niveauunterricht statt. Wenn ich das Niveau wechsle, wechsle ich die Klasse nicht.
Integrierendes Schulmodell: Heterogene Stammklassen ohne Leistungsniveaus, innere Differenzierung
- Modell 4: Mischklassen für alle Fächer (Modell Twann). Die Niveau-Differenzierung in den Hauptfächern findet innerhalb des Unterrichts statt. Dadurch ist hier die Heterogenität der Schüler:innen resp. die Leistungsschere maximal gross.
Weitere Informationen zu den Schulmodellen im Kanton Bern Sie unter Schulmodelle Sekundarstufe I — Stadt Bern.
Welches Schulmodell wird in Bolligen heute auf der Sekundarstufe angewendet?
Derzeit verwendet das OZE Bolligen grundsätzlich das Schulmodell 3a «Manuel». Zudem führt Bolligen eine Spez.Sek, es handelt sich also um ein dreistufiges Modell mit Real, Sekundar- und Spez.Sek.-Klassen.
Was ist die Spez. Sek.?
Im Kanton Bern ist die „Spezielle Sekundarschule“ (oft abgekürzt Spez. Sek.) ein Schultyp auf der Sekundarstufe I . Dabei handelt es sich um ein zusätzliches Niveau innerhalb der obligatorischen Sekundarstufe neben den anderen Niveaus wie Realschule und Sekundarschule. Es dient in erster Linie der Vorbereitung auf das Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler treten in der Regel nach der 8. Klasse direkt in das Gymnasium über.
